Wer in Hamburg eine Wohnung sucht, kennt die bittere Realität: astronomische Mieten, endlose Besichtigungen und kaum bezahlbarer Wohnraum. Familien rechnen jeden Euro zweimal um, Rentner fürchten die nächste Nebenkostenabrechnung und Berufstätige fragen sich, wie sie sich diese Stadt überhaupt noch leisten sollen.

Und dann erfährt man, dass für eine einzige Flüchtlingswohnung im Mundsburg-Hochhaus rechnerisch rund 8.500 Euro im Monat anfallen.

8.500 Euro. Jeden Monat. Pro Wohnung.

Im Jahr 2025 beliefen sich die Kosten für 77 Wohnungen auf rund 7,9 Millionen Euro. Durchschnittlich waren dort 336 Flüchtlinge untergebracht. Damit kostete ein Platz etwa 1.950 Euro im Monat – rund 690 Euro mehr als der Hamburger Durchschnitt in der öffentlich-rechtlichen Unterbringung.

Besonders grotesk wird es beim Vergleich mit den regulär vermieteten Wohnungen im selben Hochhaus. Für diese wurden im Durchschnitt rund 1.550 Euro monatlich angesetzt. Auf der einen Seite also etwa 1.550 Euro, auf der anderen rechnerisch rund 8.500 Euro. Im selben Gebäude.

Natürlich handelt es sich bei den 8.500 Euro nicht einfach nur um eine klassische Nettokaltmiete. In dieser Summe stecken offenbar weitere Betriebs-, Betreuungs- und Unterbringungskosten. Doch genau das macht die Sache nicht besser. Es wirft vielmehr die entscheidende Frage auf: Wie kann eine städtisch organisierte Unterbringung derart teuer werden?

Welche Leistungen rechtfertigen eine monatliche Belastung, für die andere Menschen mehrere Wohnungen finanzieren könnten? Wo wurden Kosten geprüft, verglichen und begrenzt? Wer hat diese Konstruktion genehmigt? Und warum wird der Öffentlichkeit nicht endlich vollständig offengelegt, wie sich jeder einzelne Euro zusammensetzt?

Das Hochhaus wurde Anfang 2023 von der städtischen Fördern & Wohnen erworben. Selbst der Kaufpreis blieb bislang unter Verschluss. Eine öffentliche Einrichtung kauft ein Gebäude mit öffentlichem Geld, produziert darin außergewöhnlich hohe Unterbringungskosten – und der Bürger soll sich offenbar mit ein paar dürren Zahlen zufriedengeben.

So funktioniert verantwortungsvolle Politik nicht. So entsteht der Eindruck eines Systems, in dem Kosten kaum noch eine Rolle spielen, solange am Ende der Steuerzahler dafür geradesteht.

Die Verantwortung dafür tragen nicht die untergebrachten Menschen. Verantwortlich sind Politiker, Behörden und städtische Unternehmen, die solche Ausgaben zulassen, organisieren und anschließend verteidigen müssen. Wer Kritik daran reflexartig als unmenschlich abtut, will lediglich vom eigenen Versagen ablenken.

Humanität ist kein Freibrief für Verschwendung. Hilfe entbindet den Staat nicht von der Pflicht, sparsam und transparent mit dem Geld seiner Bürger umzugehen. Im Gegenteil: Gerade wenn Milliarden für soziale Aufgaben ausgegeben werden, muss jeder Euro nachvollziehbar sein.

Während Hamburg bei Schulen, Straßen, innerer Sicherheit und bezahlbarem Wohnraum ständig über fehlendes Geld klagt, scheinen bei der Unterbringung plötzlich Summen möglich zu sein, die jeder wirtschaftlichen Vernunft spotten. Gleichzeitig sollen Bürger höhere Gebühren, Abgaben und Mieten hinnehmen und sich erzählen lassen, für ihre eigenen Anliegen sei leider kein ausreichender finanzieller Spielraum vorhanden.

Damit muss Schluss sein.

Der Senat muss die vollständige Kostenstruktur offenlegen: Erwerbspreis, Finanzierung, Umbauten, Instandhaltung, Verwaltung, Betreuung, Sicherheitsdienste und sämtliche internen Verrechnungen. Außerdem braucht es eine unabhängige Prüfung durch den Rechnungshof. Sollten vermeidbare Mehrkosten, Fehlentscheidungen oder unwirtschaftliche Verträge festgestellt werden, müssen die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Wer mit fremdem Geld derart großzügig umgeht, hat jedes Gefühl für Maß und Verantwortung verloren. Hamburg braucht keine weiteren Rechtfertigungen, sondern Transparenz, Kostenkontrolle und endlich eine Politik, die sich wieder den Bürgern verpflichtet fühlt, die diesen Irrsinn bezahlen müssen.

https://www.mopo.de/hamburg/stadt-zahlt-8500-euro-fuer-fluechtlingswohnungen-im-hochhaus-pro-monat/4928786